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Letzter Dienst als Bischof: Joachim Reinelt predigt in Wermsdorf
Wermsdorf. Seinen letzten Gottesdienst als Bischof hat Joachim Reinelt am Sonntag in der katholischen Schlosskapelle in Wermsdorf gehalten. Der oberste Hirte des Bistums Dresden-Meißen ist seit Montag im Ruhestand (wir berichteten).
Damit hat Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch des 75-Jährigen offiziell angenommen. Auf den Tag genau 24 Jahre zuvor, am 20. Februar 1988 war der gebürtige Niederschlesier zum Bischof geweiht worden. Im Bistum Dresden-Meißen war Joachim Reinelt für knapp 140 000 Katholiken verantwortlich - auch für die Christen in der Region. Vor allem in Wermsdorf war der charismatische Seelsorger mehrfach zu Gast in der Kapelle St. Hubertus. Hier spendete Reinelt jungen Menschen das Sakrament der Firmung, weihte im September 2000 das Caritas-Wohnheim St. Elisabeth ein und nahm ein Jahr später in der Hubertusburg die Orgelweihe vor. Bei all diesen Terminen trat Joachim Reinelt als fürsorglicher Seelsorger und deutlicher Prediger auf. Seine Zuhörer forderte der Bischof zu "geistiger Hingabe in einem Leben mit Gott" auf. "Nur so finden wir Trost und Zuversicht", sagte er. Ein Beispiel dafür sei auch der frühere Wermsdorfer Kaplan Hermann Scheipers, der Gottes Wort während des Krieges den Menschen uneingeschränkt weitergeben wollte, erinnerte Reinelt bei einem Besuch im Ort. Für die Vorbereitung eines Gottesdienstes, der mit Zwangsarbeitern gefeiert werden sollte, kam Scheipers ins KZ. "Es stand und steht bis heute zu seinem tiefen Glauben an Gott", so Reinelt über den früheren Kaplan. Aus der Hand des Bischofs wurde 2010 in der katholischen Kapelle in Wermsdorf der neu geschaffene Tischaltar mit Weihwasser besprengt. Das sei fortan das Zentrum der Kirche, so Reinelt damals. "Gemeinde und Priester sollen um den Altar versammelt sein und sich aus der Quelle dieses heiligen Tisches ernähren", predigte er den Wermsdorfern. Auch im Ruhestand wird Joachim Reinelt weiter als Seelsorger tätig sein. Bis der Bischofsstuhl im Bistum wieder besetzt ist, wird es eine Weile dauern. Der Vatikan wird dazu aus einer Auswahl von Kandidaten drei Vorschläge machen. Daraus wählt das Domkapitel - ein Zusammenschluss von Vertretern der Kirche - den 49. Bischof des Bistums Dresden-Meißen.
© OAZ-Online, 21.02.2012, 16:22 Uhr
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