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Leipzig gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

ra / dpa

  • Kränze an der Gedenkstätte in Abtnaundorf.
    Foto: Wolfgang Zeyen
    Kränze an der Gedenkstätte in Abtnaundorf.
Leipzig. Am Freitag wird in der Gedenkstätte Abtnaundorf der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Wie die Stadt am Donnerstag mitteilte, soll die Veranstaltung um 14.30 Uhr durch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) eröffnet werden. Auch die tschechische Generalkonsulin Jarmila Krejcikova sowie Yael German, Oberbürgermeisterin der israelischen Partnerstadt Herzliya, werden teilnehmen.

Nach Gebeten sind die Kranzniederlegung sowie eine Schweigeminute geplant. Für die Fahrt zur Gedenkstätte an der Theklaer Straße/Höhe Heiterblickstraße stellt die Stadt kostenlose Busse bereit, die um 14 Uhr am Haupteingang des Neuen Rathauses starten.

Gegen 16 Uhr will (OBM) Jung die Ausstellung „Im Totaleinsatz“ in der Unteren Wandelhalle des Rathauses besuchen. Die Ausstellung wurde zusammen mit dem Berliner Dokumentationszentrum „NS Zwangsarbeit“ und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds gestaltet. Thematisiert wird die Entwicklung der Zwangsarbeit im „Protektorat Böhmen und Mähren“.

Schüler erhalten Bücher über Kindertransporte in den 1930ern

Eine weitere Gedenkveranstaltung soll ab 9 Uhr im UT Connewitz stattfinden. Erwartet werden etwa 350 Schüler aus Wurzen, Borna, Geithain, Groitzsch und Leipzig. An die Schulen aus Leipzig und dem Umland werden Klassensätze des Buches „Er war doch nur ein neunjähriger Junge: Hans Richard Levy“ verteilt. Das Buch thematisiert die Kindertransporte in den Jahren 1938 und 1939 nach England.

Die Bücher wurden durch Spenden aus der Aktion „Kleines Bildungspaket, ganz groß“ des Leipziger Friedenszentrums finanziert. Im Connewitzer Kino werden sich die Kinder und Jugendlichen außerdem den Film „Der kleine Junge und die Nazis“ ansehen. Im Anschluss ist geplant, dass die Schüler verschiedene historische Erinnerungsorte der Stadt besuchen, darunter den Stolperstein für Berthold Levy, den Vater Hans Richard Levys, und die Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße.

Ähnliche Veranstaltungen finden am Freitag in ganz Deutschlland statt. Im Landtag in Dresden ist am Vormittag (10.00) eine Gedenkveranstaltung geplant. Es sprechen unter anderen Landtagspräsident Matthias Rößler und Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU). Erwartet wird auch der Historiker Boris Böhm, der die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein in der Nähe von Dresden leitet. In Pirna-Sonnenstein waren rund 15 000 psychisch Kranke und Behinderte vergast worden. Kürzlich wurde dort ein Denkmal errichtet.

Der Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus war 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog proklamiert worden. Am 27. Januar 1945 hatte die Rote Armee an diesem Tag das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Seit 2006 begehen Landtag und Regierung gemeinsamen Gedenktag.

© OAZ-Online, 26.01.2012, 21:29 Uhr
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