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Lage an der Weißen Elster spitzt sich zu - Landrat in Borna löst Katastropenalarm aus

Matthias Roth

  • In Leipzig sind Deichläufer des Ordnungsamtes unterwges.
    Foto: Regina Katzer
    In Leipzig sind Deichläufer des Ordnungsamtes unterwges.
Leipzig. Die Hochwassersituation in Leipzig spitzt sich bis Sonntag weiter zu.Hauptproblem ist der Pegel der Weißen Elster. Der Wasserstand ist bis zum Sonnabendnachmittag innerhalb eines Tages um mehr als einen Meter gestiegen. Dabei  wurde die Alarmstufe vier erreicht. Deiche und Dämme drohen überflutet zu werden. Die Feuerwehren in Pegau, Elstertrebnitz und Colditz werden bereits vom Technischen Hilfswerk unterstützt.

Der Landrat des Kreises Leipzig, Gerhard Gey, löste Katastrophenalarm aus. Er hatte sich am Mittag gemeinsam mit Umweltminister Frank Kupfer (CDU) und Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz einen Überblick verschafft. Das Landratsamt hat unter der Rufnummer 03437/984 22 22 ein Bürgertelefon besetzt.  

Bilder von der Hochwassersituation in Leipzig



Der Höchststand der Weißen Elster wird in Leipzig am Sonntagnachmittag erwartet. „Maßgeblich ist der Messpunkt in Gera“, erklärte Axel Bobbe, Leiter der Talsperrenverwaltung Untere Pleiße. Von dort brauche das Wasser noch 24 Stunden bis in die Messestadt. Der Pegel in Gera sei am Sonnabend erst gegen 16 Uhr wieder gefallen. Am Sonntag könnte das Wasser in Leipzig bis auf vier Meter steigen.  

  • Brückenbaustelle bei Zitzschen.
    Foto: M. v. Nießen
    Brückenbaustelle bei Zitzschen.
Befestigen mussten Bauarbeiter den Brückenneubau über die Weiße Elster östlich von Zitzschen. Dort drohte das Wasser die Baustelle zu unterspülen. Die Überführung soll Ende Oktober in Betrieb genommen werden.

Neuer Regen in der Nacht droht, die Situation zusätzlich zu verschärfen. Der Deutsche Wetterdienst kündigte Niederschlag von bis zu 80 Litern pro Quadratmeter in einer Unwetterwarnung an. Durch eingelagerte Gewitter könnte innerhalb kurzer Zeit Starkregen mit 15 Liter pro Quadratmeter fallen.   In Leipzig dürfen seit Sonnabend die Deiche im Stadtgebiet nicht mehr betreten werden. Das Verbot gelte für einen Streifen von zehn Metern Breite vom Deichfuß aus gemessen, teilte das Rathaus mit.

Deiche für Fußgänger gesperrt

Einzige Ausnahme bilde der rechte Luppedeich von der Kläranlage Rosental bis zur Straße „An der Elster“. Zur Kontrolle der Flüsse sind zunächst bis Montag Deichläufer des Ordnungsamtes und der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Zusätzlich wurde damit begonnen, Sandsäcke zu füllen und bereitzustellen.  

„Die Sperrung ist eine reine Vorsichtsmaßnahme und eine Erfahrung von der Flut im Jahr 2011“, sagte Bobbe. Es sei damals irre gewesen, wie viele Hochwassertouristen unterwegs waren. Sie hätten die Grasnarbe der Deiche zertrampelt und Helfer behindert. Das solle mit der aktuellen Regelung verhindert werden.  

  • Viel Getöse am Palmengartenwehr.
    Foto: Regina Katzer
    Viel Getöse am Palmengartenwehr.
Deichläufer des Ordnungsamtes mussten am Sonnabend bereits Schaulustige verwarnen. Teils mit Kindern näherten sie sich dem Ufer der Weißen Elster, um zu fotografieren. Viele Spaziergänger wussten allerdings vom Deichverbot noch gar nichts, weil die Stadt in der Kürze der Zeit keine Verbotsschilder aufgestellt hatte.  

Die Deiche befinden sich laut Bobbe in einem tadellosen Zustand. Sie waren in den vergangenen beiden Jahren saniert worden. Beim Hochwasser 2011 waren die Schutzwälle völlig aufgeweicht und drohten zu brechen. Im Nachgang wurden die Anlagen neu befestigt und eine Reihe von Bäumen gefällt.
 
Während Bobbe mit Sorge die Entwicklung an der Weißen Elster verfolgt, blieb er mit Blick auf die Pleiße gelassen. „Die Pleiße können wir über Staubecken regulieren“, sagte er. Derzeit käme nur ein Drittel des Flusswassers in Leipzig an, der Rest werde in Regis-Breitingen und Borna eingestaut. Zusätzlich stehe noch das Rückhaltebecken Stöhna als Reserve zur Verfügung.

Das Fahrradfest der Leipziger Volkszeitung am Sonntag mit vier Routen ist nach derzeitigem Stand durch das Hochwasser nicht in Gefahr.





© OAZ-Online, 01.06.2013, 17:27 Uhr
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