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„Die Talfahrt der Temperaturen geht weiter“ - Elbe ist im Norden nicht mehr schiffbar

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  • Eisschollen auf der Elbe bei Schönebeck. Zehn Kilometer weiter nördlich ist für die Schleppkähne in Magdeburg Schluss.
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    Eisschollen auf der Elbe bei Schönebeck. Zehn Kilometer weiter nördlich ist für die Schleppkähne in Magdeburg Schluss.
Deutschneudorf/Leipzig. In Deutschneudorf im Erzgebirge ist die Temperatur in der Nacht zum Sonntag auf minus 26,4 Grad Celsius gesunken. Ähnlich bibbern mussten die Menschen aber auch bei minus 23,5 Grad in Carlsfeld, wie Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst am Sonntag in Leipzig sagte.

Drittkältester Ort im Freistaat war das vogtländische Plauen mit minus 23 Grad. Damit sind die sächsischen Tiefstwerte nicht weit entfernt vom deutschen Kältespitzenreiter: In Oberstdorf fiel das Thermometer auf minus 28 Grad Celsius - so kalt war es sonst nirgendwo.



„Die Talfahrt der Temperaturen geht weiter“, sagte Engelmann. Selbst in der wärmsten Region, rund um Görlitz, hatte der Deutsche Wetterdienst in der Nacht zum Sonntag nur minus 14,1 Grad gemessen.

Die zweistellige Minustemperaturen setzen auch der Elbe stark zu. Ab Magdeburg in Richtung Norden ist der Fluss nicht mehr schiffbar. Wie die Wasserschutzpolizei am Sonntagmorgen mitteilte, geht ab dem Industriehafen nichts mehr. In der Nacht zu Sonntag hätten sich Eisschollen zusammengeschoben und stark verdichtet, so dass Schiffsverkehr auf der Elbe unmöglich geworden sei.

  • Wasserdampf steigt am Sonntagmorgen von den Eisschollen auf der Elbe im Hafen von Hamburg beim Sonnenaufgang auf.
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    Wasserdampf steigt am Sonntagmorgen von den Eisschollen auf der Elbe im Hafen von Hamburg beim Sonnenaufgang auf.
Der Fluss ist durchgehend bis nach Hamburg gesperrt. Auch die Boote der Wasserschutzpolizei müssen im Hafen liegen bleiben. Die Beamten gehen per Streifenwagen auf Eiskontrolle.

Auch der Elbe-Havel-Kanal ist in voller Ausdehnung - von der Schleuse Hohenwarthe bis ins brandenburgische Wusterwitz - wegen zwölf Zentimeter dicken Eises voll gesperrt, wie der Sprecher sagte. Davon betroffen sind auch der Niegripper und Pareyer Verbindungskanal.

Die Wasserschutzpolizei warnte außerdem noch einmal vor dem Betreten von Eisflächen. Auch wenn es bitterkalt sei, müsse das Eis noch lange nicht tragfähig sein.

Die sächsischen Wintersportgebiete freuen sich hingegen über die knackigen Temperaturen bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. „Unsere Herbergen sind nahezu ausgebucht“, sagte Ute Marschner von der Touristinformation in Altenberg. Der Wintersportort sei gut auf den großen Andrang eingestellt: Fünf Lifte seien geöffnet, 36,5 Kilometer Loipen gespurt.

„Die Gäste haben schon lange auf den Schnee gelauert“, sagte sie. „Der Winter kam genau zur richtigen Zeit.“ Schließlich steige am Mittwoch in dem erzgebirgischen Wintersportort die Rennrodel-Weltmeisterschaft. Außerdem seien in mehreren Bundesländern Winterferien. Durchschnittlich 61 Zentimeter Pulverschnee liegen in und um Altenberg. „Das glauben uns die Anrufer aus dem Flachland oft gar nicht“, sagte Marschner. „Viele Sachsen haben ja nur wenige Zentimeter Schnee vor der Haustür. Wir sind hier wohl eine kleine Schneeparadies-Insel.“




Die Kältewelle mit den stärksten Schneefällen seit Jahrzehnten in Rom hat Mittel- und Süditalien am Wochenende in ein Winterchaos gestürzt. Zwei Menschen starben, als Dächer unter der Last des Schnees zusammenbrachen. In Südtirol kamen am Samstag zwei Skifahrer in einer Lawine ums Leben. In Ostia bei Rom erfror eine ukrainische Obdachlose, wie die Behörden mitteilten.

  • Soviel Schnee haben die Menschen in Rom seit Jahrzehnten nicht mehr in ihrer Stadt erlebt.
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    Soviel Schnee haben die Menschen in Rom seit Jahrzehnten nicht mehr in ihrer Stadt erlebt.
Bis zu 120 000 Menschen waren, überwiegend in Latium, zeitweise ohne Strom. Tausende blieben in Zügen oder im Straßenverkehr stecken. In Rom und anderen Städten waren Soldaten eingesetzt, um die Straßen von Schnee und Eis zu befreien. Roms Bürgermeister Gianni Alemanno geriet in die Kritik, weil die Hauptstadt Italiens auf diesen massiven Wintereinbruch nicht vorbereitet gewesen sei.

Rund zehn Zentimeter Schnee haben erneut ausgereicht, um in Großbritannien ein Verkehrschaos auszulösen. Europas größter Flughafen London-Heathrow strich rund 380 Flüge und damit ein Drittel aller Starts und Landungen für Sonntag. Die Ankündigung kam bereits am Samstag, noch bevor die erste Schneeflocke in London gefallen war.

Heathrow war bereits im vergangenen Winter in heftige Kritik geraten, nachdem weniger als zehn Zentimeter Schnee den Flughafen für Tage praktisch lahmgelegt hatten und der gesamte europäische Flugverkehr beeinträchtigt wurde. In der Folge wurden elf Millionen Pfund in neue Schneeräumtechnik und Enteisungsanlagen investiert.

„Diese Entscheidung bedeutet, dass die größte Zahl der Passagiere fliegen kann und die Ausfälle auf einem Minimum bleiben“, sagte Flughafenchef Normand Boivin zu der Teilsperrung. An den anderen großen Londoner Flughäfen in Gatwick, Stansted und Luton lief der Flugverkehr am Sonntag weitgehend normal.

© OAZ-Online, 05.02.2012, 16:25 Uhr
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