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Kälteste Nacht in Deutschland – Wolken schützen Leipzig – Stadt ruft zur Hilfe für Obdachlose auf

Matthias Roth/dpa

Leipzig. Dieter lässt nicht locker. Das Wetterhoch lenkt nach wie vor eiskalte Luft von Russland nach Deutschland. Eine Änderung ist vor Ende kommender Woche nicht in Sicht.  Die Nacht zum Samstag war die bisher kälteste Nacht des Winters. Die niedrigsten Temperaturen gab es im Süden, an der Küste war es etwas wärmer. Minus 27,3 Grad registrierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Oberstdorf im Oberallgäu, in Garmisch waren es minus 21,9 Grad.

Die Insel Helgoland war mit minus sechs Grad der wärmste Ort in Deutschland. Im Osten ließ die Kälte etwas nach - in der Nacht zum Samstag zeigte das Thermometer zwar in Bad Elster minus 20,2 Grad, in der Nacht zuvor war es dort noch minus minus 23,6 Grad kalt gewesen.



Ähnliche Werte wurden auch für Leipzig gemessen. In der Messestadt lag das Minimum bei 15,6 Grad, nach 17,9 Grad in der Nacht zuvor. In der ersten Nachthälfte hatte eine geschlossene Wolkendecke die Stadt eingehüllt. Laut DWD seien deshalb die Werte nicht so stark abgesackt. In einer erwartet klaren Nacht zum Sonntag werden aber von den Meteorologen schon wieder deutlich kühlere Temperaturen erwartet.

Neuen Schnee bringen Wolken frühestens am Dienstag in den Freistaat, wie Engelmann sagte. Wer die niedrigen Temperaturen nicht scheut, kann sich trotzdem zum Skifahren und Rodeln in die Wintersportgebiete aufmachen: „In Lagen über 600 Meter liegt überall eine ordentliche Schneedecke“, sagte DWD-Meteorologe Florian Engelmann. Oberwiesenthal meldet dank Dauerfrost etwa 49 Zentimeter.

Wegen der anhaltenden Kälte macht sich das Leipziger Sozialamt derzeit um Obdachlosen Sorgen. „Wir bitten die Leipziger, alle Personen, die im Freien schlafen, oder sich in ungesicherten Häusern aufhalten, auf die Hilfsangebote der Stadt hinzuweisen“, heißt es in einer Mitteilung. Die betroffenen Bürger sollen angesprochen und aufgefordert werden, sich Schutz in den Hilfsunterkünften zu suchen. Die Stadt verwies auf vier Häuser:

1. Übernachtungshaus für wohnungslose Männer
Rückmarsdorfer Straße 7, 04179 Leipzig. Tel.: 0341/ 4415974
Täglich ab 16 Uhr geöffnet, am Wochenende ganztägig.

2. Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen
Scharnhorststraße 27, 04275 Leipzig. Tel.: 0341/ 5852413
Montag bis Freitag ab 16 Uhr, Samstag ab 15 Uhr, Sonn- und Feiertags ganztägig geöffnet.

3. ALTERNATIVE I (Notunterbringung drogenabhängiger wohnungsloser Personen)
Chopinstraße 13, 04103 Leipzig, Tel.: 0341/ 913560
Täglich ab 20 Uhr geöffnet.

4. Zusätzliches Nachtquartier/Nachtcafe
in der Ökumenischen Kontaktstube „Leipziger Oase“, Nürnberger Straße 31, 04103 Leipzig
Täglich ab 21 Uhr,  Tel.: 0341/2682670 .

Warmes Essen, Getränke und auch warme Bekleidung erhalten wohnungslose und bedürftige Personen auch in den Tagesaufenthalten:

1. Ökumenische Kontaktstube „Leipziger Oase“, Nürnberger Straße 31, 04103 Leipzig
   Tel.: 0341/2682670

2. Tagestreff für Wohnungslose „Insel“ , Plautstr. 18, 04179 Leipzig, Tel.: 0341/ 9122896

3. Tagestreff für Wohnungslose, Rückmarsdorfer Straße 5, 04179 Leipzig, Tel.: 0341/ 5640754.

Während in Leipzig in diesem Winter noch kein Todesopfer durch die Kälte zu beklagen war, ist in Sachsen-Anhalt erneut ein Mensch erfroren.

Ein 53 Jahre alter Mann sei am Freitagmorgen von einer Zeugin tot in Großwirschleben bei Bernburg entdeckt worden, teilte die Polizei mit. Der Mann dürfte betrunken mit seinem Fahrrad nach Hause gekommen, vor dem Eingang gestürzt und liegengeblieben sein. Die Polizei geht nach derzeitigem Stand von einem Kältetod aus.

Am Donnerstag war in Magdeburg bereits ein 55 Jahre alter Obdachloser erfroren gefunden worden. Ein 71-Jähriger, der ebenfalls am Donnerstag tot in einem Gebüsch in Magdeburg entdeckt wurde, soll hingegen nicht erfroren sondern möglicherweise an einem Herzleiden gestorben sein. Bereits am Mittwoch war eine Eisschwimmerin in einem Kiessee bei Stendal ums Leben gekommen.



Die Polizei will nun ihre Kontrollen verstärken. Es würden gezielt Orte aufgesucht, an denen sich Obdachlose häufiger aufhielten, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Alle Reviere der Polizeidirektion Nord in Sachsen-Anhalt seien aufgefordert worden, besonders sensibel nach gefährdeten Menschen Ausschau zu halten.

© OAZ-Online, 04.02.2012, 12:59 Uhr
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