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Sachsen und Berlin im Bildungsvergleich

dpa

  • Foto: Andr Kempner
Berlin. Im Bildungsmonitor 2011 sind die Unterschiede zwischen Spitzenreiter Sachsen und Schlusslicht Berlin erneut groß. Doch auch beim verschuldeten Stadtstaat Berlin mit seinem hohen Ausländeranteil zeigen sich positive Tendenzen. Die verschuldete Hauptstadt kämpft mit anderen Problemen als das wirtschaftlich florierende Flächenland Sachsen.

Seit Jahren liegt der Freistaat Sachsen in Sachen Bildung vorn. Auch der aktuelle Bildungsmonitor bescheinigt sehr gute Ergebnisse bei internationalen Hochschulkooperationen und der Ausrichtung auf die zukunftsträchtigen Ingenieurberufe der sogenannten MINT-Wissenschaften. Auch in punkto Schulqualität und Kampf gegen Bildungsarmut bekommt Sachsen gute Noten (Plätze 2 und 3). Außerdem hat der Freistaat die bundesweit höchste Ganztagsquote in Kitas und Grundschulen. Bei der Qualifikation des Kita-Personals gab es die stärksten Zuwächse: 2010 hatten bereits gut sechs Prozent der Kita-Erzieher einen Hochschulabschluss.

Berlin liegt in der Gesamtwertung erneut hinten, erreichte im Dynamikranking allerdings Platz 3. Das heißt: Berlin legte seit dem ersten Bildungsmonitor 2000 besonders deutlich zu. Stärken liegen vor allem bei der Forschungsorientierung - mit rund neun Prozent hat Berlin als begehrter Hochschulstandort die zweithöchste Habilitationsquote in Deutschland, tut viel für den Forschernachwuchs und wirbt die meisten Drittmittel ein (Platz 1). Gut steht die Hauptstadt auch bei der Förderinfrastruktur in Kindergärten und Grundschulen da (Platz 3): Es gibt mehr Ganztagsplätze und auch mehr Grundschullehrer.

Doch immer noch brechen, trotz positiver Tendenz, zu viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss ab (rund neun Prozent) - vor allem junge Menschen ausländischer Herkunft (16,4 Prozent). Platz 16 deshalb nur für die Integration. Es bleibt beim engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Auch bei der beruflichen Ausbildung ist noch Luft nach oben: Berlin hat die niedrigste Quote an Ausbildungsplätzen bundesweit und auch deutlich weniger bestandene Abschlussprüfungen als der Bundesdurchschnitt.

© OAZ-Online, 01.08.2011, 14:13 Uhr
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