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Naturschützer warnen vor Ausbau des Klettersports in der Sächsischen Schweiz
Dresden. Naturschützer haben vor einer Ausweitung des Klettersports im Elbsandsteingebirge gewarnt. Die Belastung von Natur und Landschaft habe bereits die Grenze des Verträglichen erreicht und teilweise überschritten, teilte der BUND Sächsische Schweiz am Dienstag in Dresden mit. Hintergrund ist ein Plan der Stadt Hohnstein, am dortigen Burgmassiv einen Klettergarten mit mehr als 120 Routen einzurichten. Bislang gibt es keine Genehmigung, die Gemeinde will aber gegen eine Ablehnung durch die Landesdirektion Dresden Widerspruch einlegen. Der BUND Sächsische Schweiz, der mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland nicht identisch ist, sieht in rund 1100 Klettergipfeln und 20.500 Wegen ausreichend Angebot.
Der BUND legte am Dienstag eine „Denkschrift zur Bewahrung der Kultur des Sächsischen Kletterns" vor. Das Bergsteigen in den Felsen des Elbsandsteingebirges ist mehr als 100 Jahre alt und hat eigene Regeln und eine eigene Schwierigkeitsskala. Grundsätzlich geht es hier um „freies Klettern" ohne Verwendung künstlicher Hilfsmittel. Zur Sicherung dürfen nur Seil, Seilschlingen, Karabiner, Ringe und Abseilösen benutzt werden. Klemmkeile oder anderes Gerät sind verboten. Zudem ist das Einschlagen von Ringen nur bei Erstbegehungen erlaubt. An Massiven wie dem in Hohnstein darf bisher nicht geklettert werden. Als Massive gelten Formationen, die auch ohne Klettern von Wanderern erreicht werden können.
Die Mitglieder des BUND, von denen viele selbst Bergsteiger sind, verwiesen auf eine „Invasion neuer Kletterarten und -praktiken" seit der Wende. So waren unter anderem das Bouldern - das Klettern ohne Seil in Absprunghöhe - und die Verwendung von Magnesium für einen besseren Griff aufgetaucht. Auch das sogenannte Top-Rope-Klettern mit einem von oben kommenden Sicherungsseil hatte bis dato in der Sächsischen Schweiz keine Tradition.
Der BUND hält den Befürwortern des Klettergartens vor, aus kommerziellen Gründen zu handeln. Die Werte der Region sollten nicht „maßlosen egoistischen Ansprüchen geopfert werden". „Die Annahme, der Klettergarten entlaste die übrige Sächsische Schweiz, ist ein Irrglaube", sagte BUND-Sprecher Peter Hildebrand.
Zugleich wartete der BUND mit eigenen Vorschlägen auf, um die Ethik des Bergsteigens zu wahren. Hildebrand schlug unter anderem vor, das Klettern als Immaterielles Weltkulturerbe bei der Unesco anzumelden. Dazu zählen beispielsweise der Flamenco Andalusiens, das japanische Kabuki-Theater oder der Tango Argentino. Nach Ansicht von Hildebrand - Autor der Denkschrift zum Klettern - könnte ein solcher Status den Bergsport in der Sächsischen Schweiz schützen.
Der BUND legte am Dienstag eine „Denkschrift zur Bewahrung der Kultur des Sächsischen Kletterns" vor. Das Bergsteigen in den Felsen des Elbsandsteingebirges ist mehr als 100 Jahre alt und hat eigene Regeln und eine eigene Schwierigkeitsskala. Grundsätzlich geht es hier um „freies Klettern" ohne Verwendung künstlicher Hilfsmittel. Zur Sicherung dürfen nur Seil, Seilschlingen, Karabiner, Ringe und Abseilösen benutzt werden. Klemmkeile oder anderes Gerät sind verboten. Zudem ist das Einschlagen von Ringen nur bei Erstbegehungen erlaubt. An Massiven wie dem in Hohnstein darf bisher nicht geklettert werden. Als Massive gelten Formationen, die auch ohne Klettern von Wanderern erreicht werden können.
Die Mitglieder des BUND, von denen viele selbst Bergsteiger sind, verwiesen auf eine „Invasion neuer Kletterarten und -praktiken" seit der Wende. So waren unter anderem das Bouldern - das Klettern ohne Seil in Absprunghöhe - und die Verwendung von Magnesium für einen besseren Griff aufgetaucht. Auch das sogenannte Top-Rope-Klettern mit einem von oben kommenden Sicherungsseil hatte bis dato in der Sächsischen Schweiz keine Tradition.
Der BUND hält den Befürwortern des Klettergartens vor, aus kommerziellen Gründen zu handeln. Die Werte der Region sollten nicht „maßlosen egoistischen Ansprüchen geopfert werden". „Die Annahme, der Klettergarten entlaste die übrige Sächsische Schweiz, ist ein Irrglaube", sagte BUND-Sprecher Peter Hildebrand.
Zugleich wartete der BUND mit eigenen Vorschlägen auf, um die Ethik des Bergsteigens zu wahren. Hildebrand schlug unter anderem vor, das Klettern als Immaterielles Weltkulturerbe bei der Unesco anzumelden. Dazu zählen beispielsweise der Flamenco Andalusiens, das japanische Kabuki-Theater oder der Tango Argentino. Nach Ansicht von Hildebrand - Autor der Denkschrift zum Klettern - könnte ein solcher Status den Bergsport in der Sächsischen Schweiz schützen.
© OAZ-Online, 16.08.2011, 13:05 Uhr
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